Mülverstedt und der Adel
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Die Herren von Mülverstedt Nachdem die Sachsen und Franken im Jahre 531 das Königreich der Thüringer zerstört hatten, nahmen die Sieger das Land in Besitz. Zur Überwachung der unterworfenen Bevölkerung wurden befestigte Plätze hergestellt und von ausgewählten Franken und Sachsen besetzt. Die Burgmannen, zu denen später auch Angehörige der eigentlichen Thüringer hinzukamen, wurden nach längerer Dienstzeit von den Königen mit Land belehnt und bildeten in der thüringischen Bevölkerung eine Oberschicht, aus welcher später der thüringische Adel durch Erblichkeit von Stellung und Lehen hervorging. Die Anfänge des Erbadels reichen wohl in die Zeit vom 7. bis ins 9. Jahrhundert zurück. Diese Adelsgeschlechter nahmen meist den Namen des Ortes als ihren persönlichen Namen an, in dem sie ansässig waren. So entstand auch hier das Adelsgeschlecht derer von Mülverstedt". So wurden u a. genannt: 1238 Michael von Mülverstedt. Die Herren von Hopffgarten Seit dem 13. Jahrhundert befand sich das Rittergut in den Händen der Herren von Hopffgarten. Deren Ahnen sollen einst im Gefolge der Heiligen Elisabeth aus Ungarn ins Land gekommen sein. Stammsitz dieses Geschlechts waren die Burg und das Dorf Hopffgarten bei Weimar. Nach alten Überlieferungen wurde die Burg 1303 von den Erfurtern zerstört. weil sich deren Besitzer zu Raubrittern entwickelt hatten. Später wurden sie mit dem Ort Mülverstedt belehnt. Die Herren von Hopffgarten waren einst ein sehr reiches und weitverbreitetes Geschlecht. In unserer Gegend besaßen sie Besitzungen in Craula, Zimmern. Schlotheim. Klettstedt und Großengottern. Eine Seitenlinie hatte die Burg Haineck" bei Nazza in Besitz. Die Burg war 1392 vom Landgrafen Balthasar von Thüringen errichtet worden und wurde immer wieder verpfändet. Die Herren von Hopffgarten werden 1425 als Lehnsherren genannt und 1503 als Besitzer. Schon vor dem 30jährigen Krieg erbauten sie in Nazza ein neues Schloß und die Burg verfiel. Die Ruine kann noch heute besichtigt werden. Das Wappen: |
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Beispiele aus alten Urkunden, in denen der Name der Herren von Hopffgarten genannt wird: (nach Archivar Gutbier aus Langensalza)
Zeitliche Aufzählung aus dem Archiv Mülverstedt über die Herren v. Hopffgarten Legende: * geboren Siegfried v.H. 1262,1263, 1267, 1270, 1280, 1294 Geschwister v.H. genannt 1622: Christoph Dittrich v.H. 1628 Hans Friedrich v.H. +1757 Friedrich Abraham v.H., Christian Friedrich v.H., Johann Friedrich Ernst v.H. Georg Melchior v.H. 1754 Hans Ernst v.H. +1757
Bis ins 16 Jahrhundert wurden die Herren von Hopffgarten in der Kirche St. Martini beigesetzt. Heute stehen die gut erhaltenen Grabplatten in der Wand eingelassen um den Altar der Kirche. |
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Wilhelm II Sohn des Wilhelm I in Panzerkleidung. Helm und Kreuz unter dem Bildnis des gekreuzigten mit aufgehobenen Händen und gebogenen Knien, den Heiland anbetend. Mit dem Wahlspruch: V.D.E.M. und "Ich weiß, das mein Erlöser lebt" Unten steht Anno 1554, am 24 Oktober morgens 4 Uhr ist der edle und ehrenfeste gestrenge Herr Wilhelm von Hopffgarten verschieden. Er war der erste evangelische von Hopffgarten |
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| Anno 1775 am Charfreitag ist der gestrenge und Ehrenfeste Hans Georg von Hopffgarten im Herrn entschlafen. |
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Herr Dittrich III. von Hopffgarten ist anno 1582 den 9. Juny verschieden. Am Stein sind die mit den von Hopffgarten versippten angebracht und zwar: von Hopffgarten von Witzleben von Brandis von Nismis von Greusen von Heilingen von Schlotheim |
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Dittrich II Inschrift: A DOM MCDLXXXIIII (1484) Gemalin v. Brandeis Gemalin v. Hausstein Die ist der älteste Stein. Von diesem v. Hopffgarten wurde erzählt, das er 2 Frauen zur gleichen Zeit besessen hat. Dittrich II war an den Kreuzzügen beteiligt und somit auch Kreuzritter. |
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Anno 1570 am 18. Juny ist der edle und ehrenfeste Herr Christoph von Hopffgarten entschlafen. 1573 den 20. September Elisabeth von Greusen verschieden. |
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In früheren Zeiten hing dieses Bild über
dem Denkmal aus Marmor, dessen Inschrift nicht mehr gelesen werden kann
es soll Hauptmann Friedrich Adolf von Hopffgarten darstellen. Neuere
Erkenntnisse sprechen von Dittrich III. von Hopffgarten verst. 9.6.1582.
Das Bildnis wurde vor kurzem restauriert.
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Grabmahl Ritter Georg II. Sohn des Dittrich II., der in den Diensten des Maltheser Ordens sein Leben ausserhalb Europas beschlossen hat. Die sterblichen Überreste wurden nach seinem Willen nach Mülverstedt gebracht und beigesetzt. Auf dem Stein sieht man einen in Lebensgröße geharnischten Kriegsmann. Als Inschrift kann man lesen: Anno 1531 ist der ehrenhafte und gestrenge Herr Georg von Hopffgarten zu Mülverstedt und Heineck, Ritter von Mülverstedt gestorben vor Ahliden. |
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Das Knabenbild in der Kirche auf der rechten Empore zeigt Friedrich Wilhelm Gottlob von Hopffgarten. Auf der Tafel links ist folgende Inschrift zu lesen: Effigies des Weyl. hochwohlgeborenen Herrn Dieser Neunjährige war der rechtmäßige Herr von Mülverstedt, Zimmern und Heyneck. Er stand seinem Onkel im Weg, der selber Besitzer des gesamten Vermögens werden wollte. Dies erreichte er, durch Giftmord an seinem Neffen. Die Großmutter des kleinen Friedrich von Hopffgarten, Christina Wilhelmine von Hopffgarten (geb. von Seebach) verfluchte den Mörder, das er nie Nachkommen haben soll. Der Zufall wollte, das der Onkel auch ohne eigene Kinder und Enkel starb. Der Tod des Knaben ist die Ursache für die Aufspaltung der Erbfolge in 3 Linien. Interessant ist auch das der kleine Friedrich erst nach dem Tod seines Vaters Hans Ernst v. H. geboren wurde. Auch diese Gemälde ist restauriert. |
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