Männergesangsverein 1886 Mülverstedt

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Der Männergesangsverein 1960

Der Männergesangsverein ist fester Bestandteil des Kulturlebens in unserem Dorf. Traditionsreich fast 120 Jahre als ältester bestehender Verein, wurde er im Juli 1886, unter Leitung des Lehrers Gottfried Triebel gegründet. Laut Statut besteht der Gesangsverein aber erst seit dem 26.Dezember des Jahres 1886. 


Als Dirigenten waren früher immer die Lehrer von Mülverstedt tätig, ebenso als Vorsitzende

Dirigenten:

  • 1886 bis 1895 Lehrer Gottfried Triebel
  • 1896 Lehrer Adolf Tribel
  • 1897 bis 1923 Lehrer Moritz Nöthlich
  • 1924 bis 1932 Lehrer Otto Zierentz
  • 1932 bis 1945 Lehrer Otto Gunstheim


Die besten Sänger waren auch gleichzeitig Mitglied im Kirchenchor, den man damals "Adjuvantenchor' nannte. In früheren Jahren war es üblich, dass die Jungen, sobald sie die Schule verließen und das nötige Talent besaßen, in den Gesangsverein und oft gleichzeitig in den Adiuvantenchor der Kirche aufgenommen wurden. Hier hatten Lehrer und Pfarrer ein großes Wort mitzusprechen Für die Jungen war es damals eine große Ehre, im Kirchenchor oder Männerchor mitsingen zu dürfen.


Ein Vereinsdiener oder Dorfdiener lud jeden Sänger zur Singstunde ein. Dafür erhielt er pro Mitglied 10 Pfennige Bei unentschuldigtem Versäumnis der Chorproben zahlte der Sänger 20 Pfennige in die Vereinskasse. Die Proben fanden zunächst in der Schule später in den Gaststätten des Ortes statt 1902 betrug der Monatsbeitrag bis 10 Pfennige, die Aufnahmegebühr 75 Pfennige. Einmal im Jahr traf man sich zum Stiftungsfest, später nannte man es Chorschmaus. Während des 1 Weltkrieges und auch in den ersten Jahren danach kamen die Aktivitäten des Gesangsvereines zum Erliegen. 1924 traten 15 Mülverstedter in den Chor ein, so dass insgesamt 40 Männer im Gesangsverein waren. Am 3. Juli 1927 war Fahnenweihe Zu diesem Anlass wurden viele Gäste geladen, es fand ein Sängerwettstreit mit anderen Choren statt Das 50jährige Stiftungsfest des Chores am 11. und 12. Juli 1936 war ein weiterer Höhepunkt Gleichzeitig wurde auch das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1 Weltkrieges geweiht.


Während des z. Weltkrieges und einige Zeit danach kam die Tätigkeit des Gesangsvereines nochmals zum Erliegen, man hatte andere Probleme. Erst im Jahre 1948 wurde wieder mit regelmäßigen Gesangsstunden begonnen. Mit dem Aufbau des Sozialismus bekam der Chor einen neuen Namen Volkschor Mülverstedt. Er erhielt Unterstützung von den örtlichen Behörden, auch der Dirigent wurde vom Rat der Gemeinde bezahlt. Der Chor trat zu Sängerwettkämpfen auf, bei Veranstaltungen in der Gemeinde oder in der Kirche und zu Jubiläen.


Anfang der 70er bis Mitte der 80er Jahre übte der Männergesangsverein ein Faschingsprogramm ein Es bestand hauptsächlich aus Gesangstücken, aber es wurden auch Büttenreden und Tanze eingeübt. Auftritte erfolgten in Mülverstedt und auch in Alterstedt. Während der Faschingszeit wurden die Reihen der Männer durch etliche Frauen und Mädchen verstärkt, die mitsangen oder in der Tanzgruppe mitwirkten.


1986 konnte der Chor sein 100 jähriges Bestehen feiern Das gelungene Fest fand bei herrlichem Wetter im Park statt Verschiedene Gastchöre darunter ein ungarischer Chor, zeigten ihr Können. 1987 fand ein Gegenbesuch in Ungarn statt, ein Erlebnis das vielen noch jahrelang in Erinnerung bleiben sollte.


Dirigenten nach 1945:

  • 1948 bis 1971 Fritz Weißgerber
  • 1971 bis 1981 Otto Gunsthelm
  • 1981 bis 1996 Reinhard Schreiber
  • 1997 bis 1998 Gerhard Dünnebeil
  • ab 1998 Alexander Trobisch
     

Vorsitzende:

  • 1948 bis 1960 Fritz Schreiber
  • 1960 bis 1976 Paul Till
  • 1976 bis 1978 Georg Pyka
  • 1978 bis 1979 Edgar Löffler
  • 1979 bis 1983 Paul Till
  • 1983 bis 1990 Gerhard Dünnebeil
  • ab 1990 Frank Eberhardt


Seit dem 16.11 1990 wird der Chor im Register Bad Langensalza als "Gemeinnütziger Verein" geführt. Zugleich mit einer neuen Satzung erhielt der Chor einen neuen Namen, an alte Traditionen anknüpfend. Von nun an nannte er sich: "Männergesangsverein 1886 Mülverstedt"


Mit zwei Chören aus den alten Bundesländern, Obergrenzebach und Kupferberg, wurden Verbindungen geknüpft, man besuchte sich gegenseitig und auch privat wurde so manche Freundschaft geschlossen 1991 beteiligte sich der Chor an einer Schallplattenproduktion für volkstümliche Laienmusik Unter dem Titel "Zwischen Hainich und Unstruttal" brachten mehrere Orchester und Chore diese Tonproduktion heraus, die nur in einer begrenzten Stückzahl erhältlich war. Am 18. Mal 1996 wurde dem "Männergesangsverein 1886 Mülverstedt" die "Zeltlerplakette" für "die in langjährigem Wirken erworbenen Verdienste um die Pflege der Chormusik und des Deutschen Volksliedes" verliehen. Die Festveranstaltung fand in Arnstadt statt Am 8. und 9. Juni 1996 wurde das 110jährige Bestehen des Chores im Park feierlich begangen.
 

Ende 1996 trat Reinhard Schreiber als Dirigent zurück Mit ihm gingen auch zahlreiche Sangesfreunde aus Ammern, die bis dahin die Reihen des Chores verstärkt hatten. Der Chor hatte sich damit merklich gelichtet Darum rief der Vorstand zur Gründung eines gemischten Chores auf. Es fanden sich wirklich einige Frauen und sogar etliche Jugendliche, die Freude am Singen hatten und dem Chor beitraten. Die ersten Frauen kamen im Januar 1997 erstmals zur Singstunde.  

Offiziell bildete der Chorleiter A. Trobisch ab 8.2 2001 den Chor zu einem gemischten Chor um. Von da an änderte sich auch das Repertoire des Chores, die reinen Männerlieder wurden nicht mehr gesungen Die Vereinsfahne ist heute noch im Besitz des Chores. In den 90er Jahren wurde sie von Frau Scholz restauriert. Heute hat der Chor 25 Mitglieder, davon zwölf Frauen und einen Jugendlichen unter 18 Jahren  


Quelle Buch "Chronik der Gemeinde Mülverstedt" von Karin Fey

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